Arbeitsprogramm
Jahresprogramm LLV 2011/12
«Entwicklung ist für den LLV eine ständige Herausforderung»
Corporate Identity
Der Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverband (LLV) nimmt die Interessen seiner Mitglieder in gewerkschaftlichen und pädagogischen Belangen der öffentlichen Schulen des Kantons Luzern wahr. Er ist der Gesprächs- und Verhandlungspartner gegenüber den politischen Gremien und der Bildungsverwaltung.
Der LLV orientiert sich an einer wirkungsvollen und nachhaltigen Bildung. Er stellt sich den Fragen der Schulentwicklung und beobachtet die daraus erfolgenden Veränderungsprozessen kritisch. Damit Entwicklungsziele realisierbar werden, sind Gelingensbedingungen zu schaffen, die diesen Prozess ermöglichen. Wir engagieren uns für ein hohes Professionsverständnis, das die existentielle Sicherheit für die Lehrerinnen und Lehrer beinhaltet.
Wir sind uns unserer Stellung im ganzen Bildungsbereich bewusst und nehmen diese Verantwortung nach bestem Wissen und Gewissen wahr. Auch wenn wir als Berufsverband keine Entscheidungsfunktion ausüben, übernehmen doch die Lehrpersonen in jeder Schule unseres Kantons die unmittelbare Umsetzung des Lernprozesses in der Schule. Darum entwickeln wir gemeinsam Druck von unten.
Aus diesen Vorgaben und im Bewusstsein des Spannungsfeldes Schulentwicklung und Gelingensbedingungen für die Umsetzung des Berufsauftrages durch die Lehrpersonen leiten wir das Jahresprogramm des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbandes ab.
1. Verband weiter stärken:
Mit unserer Organisationsstruktur legen wir das Hauptgewicht auf die regionalen und kommunalen Organisationen.
Im Zentrum stehen die Regionalorganisationen und die Schulhausvertretungen, die für den LLV die zentrale Funktion einnehmen. Mit ihrem Engagement soll die auf September/Oktober 2011 geplante Werbeaktion die Anzahl der LLV Mitglieder auf über 4000 anwachsen.
Die Ausschreibung der zukünftigen Geschäftsführung wir im Herbst 2011 eingeleitet. Im Frühling 2012 werden Gespräche mit interessierten Personen geführt, damit in der Verbandsratssitzung im Juni 2012 die Nachfolge in der Geschäftsstelle mit der Wahl einer neuen Geschäftsführung erfolgen kann.
2. Arbeitsplatz Schule
Der Arbeitsplatz Schule verliert zunehmend an Attraktivität, was sich auch im ständig grösser werdenden Lehrpersonenmangel zeigt.
Wir verlangen von den Arbeitgebern Kanton und Gemeinden eine Verbesserung der Attraktivität des Lehrberufs. Auf Grund unserer Resolution anlässlich des Lehrerinnen- und Lehrertages 2010 in Sursee forderten wir eine Reduktion der Unterrichtsverpflichtung um zwei Lektionen und eine Verbesserung der Besoldungssituation.
In einer Projektorganisation mit Projekt- und Steuergruppe wurden Massnahmen festgelegt, die grösstenteils nicht den Forderungen des LLV entsprechen.
Wir prüfen und beurteilen diese Massnahmen als möglichen Schritt und halten die Forderung nach einer Reduktion der Unterrichtsverpflichtung für alle Lehrpersonen aufrecht.
Auch eine Gesamtüberarbeitung des Besoldungssystems muss unmittelbar gefordert und vorbereitet werden.
2.1. Berufsauftrag und Arbeitszeit der Lehrpersonen
Aus dem Massnahmenkatalog der Projektgruppe «Arbeitsplatz Schule» abgeleitet, soll eine Arbeitsgruppe zur Überarbeitung des Berufsauftrages und der Arbeitszeit eingesetzt werden. Die Delegation des LLV wird sich für verbindliche Lösungen einsetzen und zusammen mit der Stako und dem Vorstand konkrete Vorschläge für eine Optimierung des Berufsauftrages erarbeiten.
2.2. Altersentlastung
Die von uns geforderte Anpassung der Altersentlastung muss im nächsten Verbandsjahr konkret umgesetzt werden.
2.3. Schlichtungsstelle für Lehrpersonen
Der LLV reichte im vergangenen Jahr eine Eingabe zur Schaffung einer Schlichtungsstelle ein. Im Folgenden muss die Schlichtungsstelle mit der Dienststelle Volksschulbildung, dem VLG, dem VSL LU und VSBL realisiert werden können.
3. Volksschulbildungsgesetz
Aus dem positiven Ergebnis der Abstimmung vom 15. Mai 2011 ergibt sich die Notwendigkeit der Überarbeitung verschiedener Verordnungen und Folgeregelungen. Der LLV engagiert sich bei dieser Arbeit und bringt seine Vorstellungen auf Grund vorhandener Positionspapiere des LLV ein.
4. Arbeitsmarktsituation für Lehrpersonen 2011/12
Der LLV fordert eine Besetzung aller frei werdenden Stellen durch adäquat ausgebildete Lehrpersonen. Die Nachqualifikation muss für alle zeitlich und finanziell leistbar sein.
5. Allgemeine Schulentwicklung
Wir beobachten nach dem positiven Entscheid zum Volksschulbildungsgesetz die Entwicklung der Basis-, der Primar und Sekundarstufe I. Die Entwicklung muss als Gesamtprozess angegangen werden, um dann die Umsetzung in Etappen von der Eingangs- bis zur Sekundarstufe (von unten nach oben) angehen zu können.
Schule verändert sich immer und wird sich auch zukünftig verändern. Lehrpersonen und der Berufsverband müssen sich diesen Veränderungen stellen. Es geht um das Spannungsfeld des Erhaltens und Entwickelns. Wir werden uns der Schulentwicklung in ihrer ganzen Komplexität kritisch stellen und den LLV entsprechend positionieren.
6. Schulen mit Zukunft
Das Projekt Schulen mit Zukunft umfasst 5 Teilziele, die vom LLV als Mitträger des Projektes in ihren Grundzügen unterstützt und kritisch begleitet werden. Bei konkreten Fragen und Problemen aus der Basis intervenieren wir bei den zuständigen Schulleitungen respektive Schulbehörden und der Dienststelle Volksschulbildung.
6.1. Lehren und Lernen - Integrative Förderung
Integrative Förderung ohne genügend und ausgebildete Fachpersonen ist nicht realisierbar. Den Klassenlehrpersonen und IF-Lehrpersonen ist ein Zeitgefäss für die notwendigen Abklärungen und Absprachen zur Verfügung zu stellen, weil die aktuelle Regelung nicht ausreicht.
Wir verweisen auf die Positionspapiere des LLV und LCH zu IF/IS.
Vor allem der Umsetzung von IF auf der Sekundarstufe I muss sorgfältig und in einem tragbaren und realistischen Umfeld erfolgen.
7. Lehrplan 21 gemäss aktuellem Fahrplan
Der Lehrplan 21 ist ein wichtiges Projekt der kommenden Jahre. Die Ziele und Inhalte der obligatorischen Schule sollen vereinheitlicht werden. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Harmonisierung der Schule geleistet. Der LLV engagiert sich bei der Erarbeitung und wird sich vor allem mit der Vernehmlassung im Schuljahr 2011/12 befassen.
8. Leistungsmessung
Wir beobachten die sich entwickelnden Massnahmen zur Leistungsmessung auf ihre Umsetzbarkeit. Dies soll im zentralschweizerischen wenn nicht gar im deutschschweizerischen Kontext ablaufen.
9.1. Lehrerinnen- und Lehrerbildung
Im kommenden Jahr treten wir in eine entscheidende Phase des Übergangs von der PHZ zur PH Luzern. Der LLV engagiert sich bei der Umgestaltung seinen Möglichkeiten entsprechend, weil wir ein grosses Interesse an einer qualitativ hochstehenden Ausbildung für die Lehrpersonen auf allen Stufen haben.
Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung muss die Studierenden so ausbilden und auf das kommende Berufsleben vorbereiten, dass die Anforderungen und Aufgaben an die zukünftige Schule erfüllt werden können. Wir fordern eine Überprüfung der freien Fächerwahl bei der Ausbildung an der PHZ Luzern.
Wir beobachten die Umsetzung des Angebots zur Nachqualifikation der Lehrpersonen Kindergarten- und Primarstufe sowie der Fachlehrpersonen.
Der LLV engagiert sich in den verschiedenen Gremien der PHZ Luzern, um diese Ziele zu bearbeiten und zu erreichen.
9.2. Lehrerinnen- und Lehrerweiterbildung und Zusatzausbildung (WB/ZA)
Die Weiter- und Zusatzausbildung muss die Anforderungen der Schulen aufnehmen und Angebote für die im Beruf stehenden Lehrpersonen bereitstellen. Der LLV wird die Kostenbeteiligung genau beobachten.
Für die Einführung eines neuen Lehrmittels muss für alle Lehrpersonen rechtzeitig ein obligatorisches Kursangebot organisiert werden. Die zeitlichen und finanziellen Aufwendungen gehen zu Lasten der Arbeitgeber. PHZ Abgängerinnen und -abgänger müssen bezüglich der Inhalte neuer Lehrmittel über den entsprechenden Wissensstand verfügen.
10. Bildungspolitische Kommunikation
Wir intensivieren die Zusammenarbeit mit den politischen Parteien und Gremien. Je nach Problemkreis führen wir mit den betroffenen Partnern Gespräche und überzeugen sie von unserer Position.
Nationale Wahlen am 23.10.2011: Nach Möglichkeit unterstützen wir Kandidierende für den National- und Ständerat. Insbesondere ist zu überlegen, ob dabei Inhalte des 1. Schweizerischen Bildungstages vom September 2011 (LCH Tagung) auf den Kanton Luzern umgesetzt werden können.
11. Initiative Musik
LCH unterstützt auf der Schweizerischen Ebene die die Volksinitiative «Jugend und Musik», um damit den schulischen und ausserschulischen Musikunterricht zu verbessern. Der LLV unterstützt die Initiative in Zusammenarbeit mit dem Musiklehrerinnen- und lehrerverein des Kantons Luzern. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf den 12. Mai 2012: Tag der Musik
12. Dienstleistungen
Der LLV nimmt seine zentrale Aufgabe als Dienstleister gegenüber seinen Mitgliedern wahr. Im Zentrum stehen das Beratungsangebot und der Rechtsschutz für die einzelnen Mitglieder. Wir kommunizieren unser aktualisiertes und individuelles Dienstleistungsangebot. Gemeinsam mit dem Profitcenter LCH schaffen wir interessante Angebote, die allen LLV Mitgliedern zur Verfügung stehen.
Dieses Jahresprogramm des LLV für das Verbandsjahr 2011/12 wurde an der Verbandsratssitzung 4-10/11 vom 15. Juni 2011 in Sempach einstimmig genehmigt.
