LCH-Umfrageergebnisse Inklusionsorientierte Schule

Der LCH hat die Ergebnisse seiner Umfrage zur inklusionsorientierten Schule veröffentlicht. Schweizweit haben sich über 10'000 Mitglieder daran beteiligt, darunter mehr als 600 Mitglieder des LLV. Der Vorstand hat die Ergebnisse für den Kanton Luzern analysiert und sieht insbesondere bei den Ressourcen und den Rahmenbedingungen Handlungsbedarf.

Inklusion braucht gute Rahmenbedingungen

Der LCH hat die Ergebnisse seiner Umfrage zur inklusionsorientierten Schule veröffentlicht. Schweizweit haben sich über 10'000 Mitglieder daran beteiligt, darunter mehr als 600 Mitglieder des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (LLV). Der LLV-Vorstand hat die Ergebnisse für den Kanton Luzern analysiert und sieht insbesondere bei den Ressourcen und den Rahmenbedingungen Handlungsbedarf.

«Die Umfrage zeigt: Die Luzerner Lehrpersonen stehen der Idee der Inklusion mehrheitlich positiv gegenüber. Gleichzeitig erleben viele die Umsetzung im Schulalltag als grosse Herausforderung und Belastung. Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen», sagt Patrick Pons, Präsident des LLV.

Die Schule ist ein Abbild unserer Gesellschaft. Lehrpersonen tragen eine grosse Verantwortung und kommen dabei teilweise an ihre Grenzen. Umso wichtiger ist es, dass die notwendigen Ressourcen dort ankommen, wo sie gebraucht werden und gezielt eingesetzt werden können. Die Umfrage zeigt, dass vor allem ausreichend personelle, zeitliche und finanzielle zur Verfügung gestellte Ressourcen direkten Einfluss auf das Gelingen der inklusionsorientierten Schule haben. Eine zentrale Herausforderung im Kanton Luzern ist dabei der anhaltende Mangel an schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (SHP). Auch bei der Chancengerechtigkeit besteht Handlungsbedarf. Bei der Abklärung, Zuweisung und Umsetzung von Massnahmen braucht es verlässliche und verbindliche Mindeststandards. Diese müssen im ganzen Kanton erreicht werden, damit Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem Schulort vergleichbare Unterstützung erhalten.

Mehrheit hat positive Haltung zur Inklusion

Rund 60 Prozent der befragten Lehrpersonen im Kanton Luzern stehen der inklusionsorientierten Schule grundsätzlich positiv gegenüber. Die kritischere Haltung von rund 40 Prozent ist aus Sicht des LLV nicht einfach als Ablehnung der Inklusion zu verstehen. Sie steht häufig im Zusammenhang mit hoher Belastung und fehlender Unterstützung. Stärker belastet sind gemäss Umfrage Lehrpersonen mit direkter Klassenverantwortung, hohem Pensum, vielen Schülerinnen und Schülern mit Unterstützungsbedarf und solche mit Tätigkeit auf der Sekundarstufe I.

«Wir wollen die Diskussion nicht auf ein ‹für oder gegen Inklusion› reduzieren. Entscheidend ist, welche Rahmenbedingungen unsere Schulen brauchen, damit eine gute Schule für alle gelingen kann», betont Pons. Stärken fördern steht bei den Lehrpersonen im Kanton Luzern im Zentrum. Der Auf- und Ausbau der Integrativen Begabungs- und Begabtenförderung (IBBF) in den Schulen und die dazu gezielt eingesetzten Ressourcen durch das Projekt ‹Schule für alle› ist ein Schritt, den der LLV als wichtig und sinnvoll erachtet. Dabei werden alle Lernenden gefördert und unterstützt.

Auch in den Bausteinen ‹Verhalten› und ‹System Schule stärken› sieht der LLV wichtige Ansätze, um die inklusionsorientierte Schule zu stärken und gute Rahmenbedingungen für ihre Umsetzung zu schaffen. Der LLV nimmt die Rückmeldungen der Lehrpersonen ernst und wird mit den verantwortlichen Stellen in den Dialog treten, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Umfrageergebnisse

Hier geht es zur Medienmitteilung des LCH und zum Schlussbericht der nationalen Befragung zur inklusionsorientierten Schule.